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Informationen über

Eosinophiles Asthma

Schweres Asthma –
bei Therapieerweiterung auf Stufe 5

Der Asthma-Schweregrad wird nach der notwendigen Behandlung und der Dosis eingeteilt. Basierend auf der Therapie, die notwendig ist, um Asthma zu kontrollieren, wird Asthma bei erwachsenen Patienten in fünf Stufen eingeteilt.

Reicht die hochdosierte inhalative Therapie auf Stufe 4 zur Kontrolle der Symptome oder zur Vermeidung von Anfällen nicht mehr aus, spricht man von schwerem Asthma und die Therapie wird auf die Medikation der Stufe 5 erweitert. Zusätzlich sind das

  • Biologika (auch Antikörper-Therapie). Dem Einsatz von Biologika muss eine genaue Untersuchung der zugrundeliegenden Asthma-Ursache vorangehen.
  • in begründeten Fällen niedrig dosierte orale Kortikosteroide (sog. Kortison-Tabletten) allerdings nur wenn der Einsatz von Biologika zusätzlich zur maximalen inhalativen Therapie keinen ausreichenden Behandlungserfolg bringt.
Icon Lunge

Bei eosinophilem Asthma handelt es sich häufig um schweres Asthma

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Eosinophiles Asthma wird ausgelöst von einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen, den sogenannten eosinophilen Granulozyten.

Bei Ihrem Asthma gibt es zu viele Eosinophile in Ihrem Blut oder in Ihrer Lunge.

Eosinophile Granulozyten sind eine Unterart der weißen Blutkörperchen und damit Bestandteil des Immunsystems und können gehäuft bei Asthmatikern vorkommen.

Werden in Ihrem Körper durch das Asthma zu viele eosinophile Granulozyten produziert, können sie schwere Entzündungen der Atemwegsschleimhaut auslösen. Die Entzündung der Atemwegsschleimhaut führt letztendlich zu Asthma-Symptomen und akuten Anfällen.

SIE SIND NICHT ALLEIN MIT IHREM EOSINOPHILEN ASTHMA

1 Wenzel SE. Asthma phenotypes: the evolution from clinical to molecular approaches. Nat Med 2012; 18(5): 716–725.

Ein einfacher Bluttest kann Ihre Eosinophilen-Anzahl ermitteln.*

Dieser Test ist üblicherweise Teil einer Routine-Blutuntersuchung. Es kann sein, dass Sie diesen Test schon durchgeführt haben. Fragen Sie Ihren Arzt nach einem Bluttest im Zusammenhang mit Ihrem Asthma, wenn Sie

  • häufig Ihr Notfall-Spray einsetzen um Ihre Asthma Symptome zu kontrollieren
  • nachts aufgrund von Asthma-Symptomen aufwachen
  • Kortisontabletten (orale Kortikosteroide) gegen Ihr Asthma nehmen
  • Asthma-Anfälle hatten die eine Notfall-Behandlung erforderten
  • Einschränkungen im Alltag aufgrund des Asthmas haben

Das alles können Anzeichen für schweres Asthma sein, das unkontrolliert ist und Eosinophiles Asthma sein könnte.

* Die aktuellen Asthma-Leitlinien empfehlen einen mindestens zweimaligen Nachweis einer erhöhten. Anzahl eosinophiler Granulozyten im Blut in den letzten 12 Monaten.

Es gibt verschiedene Wege, eosinophiles Asthma zu behandeln

Schweres eosinophiles Asthma wird mit einer hohen Dosis von entzündungshemmendem, inhalierbarem Kortison und einem weiteren inhalativen Asthma-Arzneimittel zur Erweiterung der Atemwege behandelt. Wenn die Krankheit durch diese inhalative Therapie nicht gut kontrolliert ist, wird nach aktuellem Behandlungsstandard der Einsatz einer Antikörper-Therapie (Biologika) empfohlen.

Antikörper-Therapie wie z. B. Fasenra® (Benralizumab)

Das Ziel ist, die für die Entzündung der Atemwege verantwortlichen Zellen oder Entzündungsbotenstoffe im Immunsystem zu regulieren. Die Antikörper richten sich gezielt gegen die Auslöser der Atemwegsentzündung.

Kortisontabletten

In begründeten Fällen niedrig dosierte orale Kortikosteroide (Tabletten meist mit dem Wirkstoff Prednison oder Prednisolon), allerdings nur, wenn der Einsatz von einer Antikörper-Therapie zusätzlich zur maximalen inhalativen Therapie keinen ausreichenden Behandlungserfolg bringt.

Benötigen Sie Unterstützung bei Ihrem Asthma?

Nicht jede Herausforderung kann man allein bewältigen – manchmal braucht man einfach einen klugen Ratgeber oder eine gute Anleitung. Hier finden Sie eine Anregung, um eine zu große psychische Belastung durch Asthma zu bewältigen. Außerdem finden Sie drei Schulungsideen zu den Themen Lungensport, Rauchentwöhnung und Inhalationstechnik.

PSYCHOLOGISCHE UNTERSTÜTZUNG

Für Menschen mit schwerem Asthma sind viele Entscheidungen im Alltag mit Einschränkungen verbunden. Die Sorge, körperlich überfordert zu sein oder mit Asthma-Auslösern konfrontiert zu werden, führt oft zur Abnahme sozialer Kontakte. Gerade dann, wenn das Asthma unkontrolliert ist, kann der Antrieb zu gemeinsamen Aktivitäten mit anderen aus Furcht vor möglichen Folgen abnehmen.

Diese psychische Belastung aufgrund des Gefühls von Kontaktverlust oder Isolation kann zu einem Problem werden. Wenn aus einer gelegentlichen vorübergehenden Niedergeschlagenheit, die jeder schon erlebt hat, dauerhaft Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung und Hoffnungslosigkeit werden, liegt möglicherweise eine Depression vor. Dies kann sich auch nachteilig auf den Verlauf des Asthmas auswirken.

Wichtig ist es deshalb, diese Situation beim behandelnden Arzt anzusprechen, der einen Facharzt hinzuziehen kann. Depressionen oder Angststörungen können gezielt behandelt werden. Zögern Sie nicht, kompetente Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Gespräch mit Ihrem Arzt ist der erste Schritt!

SCHULUNGSANGEBOTE

LUNGENSPORT
Schweres Asthma schränkt die Belastbarkeit ein, was oft zu abnehmender Aktivität führt – mit wiederum nachteiligen Folgen für die Belastbarkeit. Ambulante Lungensportgruppen helfen Ihnen, hier gegenzusteuern. Lungensport bedeutet ein auf das schwere Asthma abgestimmtes Bewegungstraining mit geschulten Übungsleitern.

Ihr Lungenarzt kann Lungensport verordnen und damit eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse einleiten. Selbstverständlich wird er vorher abklären, wie Ihre individuelle Belastbarkeit beschaffen ist und ob eventuell Einschränkungen wie eine Herz- oder Kreislauferkrankung vorliegen.

Als Nutzen dieser regelmäßigen Bewegung werden zum Beispiel die Verbesserung der Belastbarkeit, eine Einschränkung von asthmabedingten Entzündungsprozessen und weniger Krankenhausaufenthalte genannt.

Sprechen Sie Ihren Arzt auf Lungensportgruppen an.

RAUCHENTWÖHNUNG
Viele Menschen wollen mit dem Rauchen aufhören, weil sie über die Folgen gut Bescheid wissen. Nicht nur für Asthmatiker gibt es viele gute Gründe dafür – und eine Menge, was man für sich selbst erreichen kann: Geld sparen, besser riechen, sich freier fühlen, fitter und belastbarer sein, vor allem aber eine Vermeidung einiger schwerwiegender rauchbedingter Gesundheitsrisiken (wie der Schädigung von Lunge, Bronchien und Herz-Kreislauf-System) und eine nachgewiesene Verbesserung der Lungenfunktion als Nichtraucher. Auch das Risiko für einen Herzinfarkt sinkt: Zwei Jahre nach einem Rauchstopp gleicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nahezu dem eines Nichtrauchers.

Aber wie geht das, der Rauch-Stopp? Das Wichtigste ist zunächst einmal Ihr Entschluss und ein Gespräch mit Ihrem Lungenfacharzt. Er wird mit Ihnen ein geeignetes Vorgehen besprechen. Dabei zählt vor allem eine gute Planung und Vorbereitung des Rauchstopps, wobei Sie Ihr Arzt unterstützt.

Fragen Sie Ihren Arzt nach der Durchführung eines Rauchstopps!

INHALATIONSTRAINING / MEDIKAMENTENTRAINING
Als Patient mit schwerem Asthma können Sie mit einem sicheren und bewussten Einsatz Ihrer Medikamente bzw. Inhalatoren wesentlich dazu beitragen, Ihr Asthma im Alltag zu kontrollieren. Die Sicherheit beim richtigen Einsatz ist eine entscheidende Voraussetzung, dass Ihnen Ihre Therapie helfen kann.

Eine Schulung vermittelt Ihnen, was Sie wissen müssen, um Ihre Medikamente therapiegerecht einzusetzen. Damit vermeiden Sie die Nachteile einer fehlerhaften Anwendung, vor allem den möglichen Verlust der Symptomkontrolle aufgrund einer mangelhaften Inhalation.

Fragen Sie Ihren Arzt nach der richtigen Inhalation bzw. dem Einsatz der Medikamente, wenn Sie sich unsicher sind, bzw. nach einer Asthmaschulung, bei der Ihnen auch andere Tipps zum besseren Umgang mit Asthma gegeben werden.

Sie benötigen weitere Unterstützung?
Klicken Sie hier oder rufen Sie an unter 0800 360 360 2